Masterarbeit unterm Tannenbaum – eine Weihnachtsgeschichte

20161222_135346Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Prüfungsamt ausging, dass meine Masterarbeit im Januar vorgelegt werden müsse. Zwar hatte ich bis dahin bereits fünf Monate Zeit gehabt und mir vorgenommen, alles Schriftliche lange vor den Festtagen erledigt zu haben, aber natürlich hatte meine Planung – alle Jahre wieder – nicht geklappt.

Ist man nun tatsächlich so blöd, in der besinnlichen Zeit wissenschaftlich aktiv sein zu wollen (oder besser: zu müssen), so sollte man vorher einiges bedenken – vor allem, wenn zwischen Universität und Heimatort mehrere hundert Kilometer liegen. Zu allem Überfluss habe ich ein Fach studiert, das sich mit digital zugänglicher Literatur eher schwertut. Aber stundenlang vor den Kopierern der Bibliotheken zu versauern, war mir zu nervig und so kam es, dass ich im Dezember mit einem Koffer nach Hause fuhr, der mehr dicke Wälzer enthielt als Geschenke.

Von da an galt es, zwischen Tannenbaum und Festtagsbraten sowohl die Motivation beizubehalten als auch lästigen Familienmitgliedern und deren vorwurfsvollen Blicken auszuweichen, wenn man gestand: „Also, ich habe noch 30 Tage Zeit bis zur Abgabe und mir fehlt noch … naja, einiges.“ Ich nahm mir vor, jeden Tag die obligatorischen zwei Seiten zu Papier zu bringen – doch oft genug saß ich ratlos vor dem Bildschirm und ging dann lieber alte Freunde aus der Schulzeit treffen.

Wie jede Weihnachtsgeschichte endet aber auch diese mit einem Happy End. Sei es, weil Glühwein und erzwungene Diskussionen mit der Familie („Was ist nochmal dein Thema? … Aha, und wieso schreibst du darüber? … Kennt doch keiner, wieso schreibst du nicht über …?“) die Kreativität beflügeln. Sei es, weil ich in Leitfäden des Seminars entdeckte, dass statt 3 cm Seitenrand wunderbarerweise 3,5 cm vorgeschrieben sind (Oh du Fröhliche!). Vielleicht lag es auch an der elterlichen Verpflegung, dass ich gar nicht mal so wenig zum Schreiben kam und meine Masterarbeit pünktlich Mitte Januar einreichen konnte.

Ich will nicht behaupten, dass es davor keinen Stress gegeben hätte – schon an Silvester hatte ich mir wieder vorgenommen, meine Arbeit besser zu planen. Aber Schreiben ist kein völlig vorhersehbarer Prozess und letztendlich muss jeder für sich selbst herausfinden, was einem dabei hilft und was nicht. Sicher soll hier niemand dazu ermuntert werden, seine Arbeit über die Feiertage mit nach Hause zu nehmen, da auch Projektplanung und Zeitmanagement zu unseren Themen am Schreiblabor gehören. Aber wie Weihnachtsgeschichten halt so sind, soll auch diese zeigen, dass alles möglich ist.

Das Schreiblabor wünscht Frohe Weihnachten (mit oder ohne Abschlussarbeit im Nacken) und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

 

 

 

Masterarbeit unterm Tannenbaum – eine Weihnachtsgeschichte

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