LaTex – die wissenschaftliche Alternative zu Word

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[Beitrag: LL] Beginnt man mit dem Schreiben einer Abschlussarbeit, stellt sich nicht nur die Frage „Welches Thema hat meine Arbeit?“, sondern auch „Womit verfasse ich sie?“. Früher gab es da nur die Alternativen Stift und Papier oder Schreibmaschine. Heute, im digitalen Zeitalter, ist die Entscheidung leichter: Microsoft Word ist die erste Wahl. Das jedem bekannte Programm wurde 1983 als Hilfsmittel zum Notieren kurzer Notizen entwickelt und war nicht zum Schreiben langer Arbeiten gedacht und konzipiert. Jedoch hat sich MS Word seitdem mit jeder neuen Version weiterentwickelt und besitzt in der aktuellen Version 2016 ausreichend Tools, um eine Abschlussarbeit ohne viel Formatierungsaufwand zu schreiben. Die wichtigste Eigenschaft von Word ist die Möglichkeit für den Benutzer, sowohl Autor, der für den Inhalt verantwortlich ist, als auch Setzer zu sein, der wiederum dafür sorgt, dass der Text gut lesbar ist.

Jedoch kennt jeder die Probleme, die das Schreiben mit Word mit sich bringt. Der Text ist an sich fertig und auch die Formatierung steht bereits. Dann fällt einem auf, dass eine Überschrift nicht die gleiche Größe wie die anderen hat. Man ändert es und schon stimmt auf den darauf folgenden Seiten der Abstand nicht mehr und man kann mit der Formatierung wieder von vorne beginnen. Passiert das kurz vor dem Druck der fertigen Abschlussarbeit, ist die Panik vorprogrammiert.

Eine wissenschaftliche Alternative zu Word stellt das Programm LaTex (gesprochen „Latech“) dar. Dabei werden Autor und Setzer strikt getrennt. Der Autor schreibt seinen Text ohne jegliche Formatierung in eine Editor-ähnliche Umgebung und legt in einem extra Dokument die Formatierungsparameter fest. Anhand dieser Parameter erzeugt das Programm als Setzer die einwandfreie Lesbarkeit des Dokuments. Die dafür benötigten Programme sind zum einen ein Editor als Arbeitsumgebung für Windows (z.B. TeXnicCenter) und eine TeX-Distribution (MiKTeX) zum Kompilieren der Datei in eine lesbare PDF-Datei. Jedes dieser Programme ist frei verfügbar. Durch minimale Änderungen in der Editor-Datei wird somit nicht mehr die gesamte Formatierung über den Haufen geworfen.

Ich gebe zu, am Anfang nimmt die Einarbeitung in das Programm etwas mehr Zeit in Anspruch als bei dem bekannten Word. Hat man jedoch einmal den Bogen raus, erleichtert es die Formatierungsarbeit enorm und man kann sich voll und ganz auf den Inhalt der Arbeit konzentrieren. Wenn man einmal eine geeignete Formatierung für zum Beispiel die Bachelorarbeit hat, kann man diese auch ganz einfach für die Masterarbeit verwenden. Zusätzlich wird mithilfe einer einzigen Datei automatisch ein Literatur-, Inhalts-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis erstellt.

Somit würde ich persönlich jedem, der eine gewisse Affinität für Computerprogramme hat, empfehlen, sich zumindest einmal genauer mit der anderen Art des Schreibens zu beschäftigen. Danach kann jeder für sich die Entscheidung treffen und vielleicht sogar eine stressfreie neue Methode entdecken.

P.S.: Für den ersten Einblick in die andere Art des Schreibens empfehle ich euch das Buch „LaTeX für Dummies“ der bekannten Reihe von Rainer Griesbaum (ISBN 9783527713080 ).Außerdem ist bei Google alles zu den einzelnen Programmen und Befehlen zu finden.

 

LaTex – die wissenschaftliche Alternative zu Word

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