Wie finde ich den richtigen Schreibratgeber?

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[Beitrag: Lisa Sielaff] Im ersten Moment scheint diese Frage unnötig. Warum muss ich mich jetzt auch noch mit Ratgebern auseinandersetzen. Sie sollen mir doch einfach nur helfen – das kann ja nicht so schwer sein!

Leider sieht es in der Realität oft anders aus. Erstmal gibt es unzählige Ratgeber zum Schreiben und jeder preist wiederum an, der Beste zu sein. Aber welcher Ratgeber passt zu meinem Problem? Nicht jede Präsentationsweise ist für jeden Nutzer verständlich, anschaulich und auch ansprechend. Gerade der letzte Punkt darf bei einer Ratgeber-Wahl nicht vernachlässigt werden. Denn immerhin muss ich den Ratschlägen dieses Buchs folgen können. Wenn mir aber der Stil nicht zusagt oder ich die Darstellung umständlich finde, kann ich den Inhalt des Ratgebers höchstwahrscheinlich nicht annehmen und konstruktiv umsetzen. Stattdessen baue ich eine ablehnende Haltung auf und dann hilft er mir überhaupt nicht mehr. Deshalb ist es wichtig, dass ich den passenden Ratgeber für mich finde.

Um die richtige Hilfestellung zu bekommen, muss mir klar sein, was eigentlich genau mein Problem ist. Das heißt: worin brauche ich Hilfe und ist das Fach, das ich studiere, bei meiner Fragestellung relevant? Lese ich beispielsweise für meine Abschlussarbeit Forschungsliteratur und merke, dass ich Schwierigkeiten beim Exzerpieren habe, dann benötige ich einen Ratgeber, der mir spezielle Techniken im Umgang mit Texten vermittelt und in diesem Fall auch nicht fachspezifisch sein muss. Anders wäre es, wenn ich zum Beispiel Hilfe bei einer Abschlussarbeit in einem medizinischen Fach brauche. Diese werden in der Regel anders aufgebaut als die in geistes- oder naturwissenschaftlichen Bereichen. Deswegen wäre in diesem Fall ein Ratgeber zum wissenschaftlichen Arbeiten mit dem Zusatz „in der Humanmedizin“ o.ä. ideal. Außerdem sollte ich darauf achten, dass ich in die Zielgruppe gehöre. Wenn ich eine Bachelorarbeit schreibe, dann brauche ich keinen Ratgeber, der sich auf das Verfassen einer Dissertation oder eines Artikels in einem Journal fokussiert. Diese Informationen lassen sich meistens, aber leider nicht immer, aus dem Titel und Untertitel ableiten.

Die Anzahl der für mich potentiell richtigen Ratgeber reduziert sich um einiges, wenn ich die Gestaltung in meine Auswahlkriterien integriere. Dafür muss ich mir darüber im Klaren sein, ob ich besser aus einem Fließtext Informationen gewinne oder aus Abbildungen und Tabellen. Ist für mich eine Einführung in die Kapitel und ein zusammenfassender Abschluss wichtig? Brauche ich unterhaltsame Aspekte wie zum Beispiel lustige Zitate am Kapitelbeginn, damit meine Motivation zum Weiterlesen gesteigert wird? Möchte ich einen Ratgeber, der mir viele verschiedene Vorgehensweisen vorstellt, so dass ich mir unter den angebotenen Alternativen diejenige aussuchen kann, die mir am ehesten liegt? Oder reicht mir ein einzelner exemplarischer Lösungsweg, dem ich ohne Anstrengung und Ablenkung folgen kann?

Letztendlich darf die Zeitfrage nicht außer Acht gelassen werden. Meistens brauche ich einen Ratgeber genau dann, wenn ich im Grunde keine Zeit mehr habe, um ihn auch richtig Durchzuarbeiten – nämlich kurz vor Beginn oder sogar mitten im Schreibprozess der Abschlussarbeit. Deshalb muss ich wissen, wieviel Zeit ich für die Lektüre des Ratgebers habe. Ist er zu umfangreich, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ich nicht über das Kapitel Zeitplanung hinauskomme, obwohl eigentlich Informationen zum wissenschaftlichen Ausdruck benötige. Besser wäre in einem solchen Fall ein Ratgeber, der eher wie ein Nachschlagewerk funktioniert und keine schrittweise Anleitung durch die gesamte Arbeit anbietet.

Wenn ich mit diesem Bewusstsein über meine Bedürfnisse und Anforderungen in die Bibliothek gehe und vor dem Regal mit der überwältigenden Menge an Büchern stehe, werde ich gezielter und schneller genau den Ratgeber mit heimnehmen, der mir dann schlussendlich auch wirklich eine Hilfestellung gibt.  

Wie finde ich den richtigen Schreibratgeber?

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